Archive for the ‘Independent’ Category

ERDORA – Kapitel 1 Der Todeskreis

Donnerstag, April 22nd, 2010

Regie: Philip Polcar

Darsteller: Moritz Gabriel, Stephan Arensmeier-Riva, Alice von Lindenau, Jakob Schulz, Michael Palm

Review:

Das es sich bei (deutschen) Independentfilmen nicht immer um Horrorfilmchemit viel Splatter handeln muss, zeigt der aktuelle Film von Philip Polcar. Mit ERDORA Kapitel 1 – Der Todeskreis schuff er einen kleinen Fantasyfilm, dem dennoch große Beachtung geschenkt werden sollte. Denn im Prinzip ist alles da was man für einen Fantasyfilm braucht – Diebe, Zauberer, Waldläufer, Adelsherren, die sich untereinander nicht ganz freundlich gesinnt sind, dann noch das ein oder andere Ungeheuer und natürlich ein anstehendes Abenteuer.

Eben dieses Abenteuer sollen die beiden Diebe Paconius und Julia bestreiten. Im Auftrag des Königs begleiten die Beiden den Zauberer Krylon und den Waldläufer Jan um nach dem Seevolk Lakadern zu gelangen. Aber ihre Reise birgt viele Gefahren und dabei ist ein Drache noch das kleinere Übel. Sie laufen direkt in die Falle bzw. den Todeskreis eines Necromanten und dieser hetzt erstmal seine Untotenhorde auf die Abenteuerer.

Man könnte die Untoten auch Zombies nennen,aber dann könnte man in den Irrglauben geraten, dass man ein ordentliches Splattergemetzel erleben darf. Ein wenig gesplattert wird zwar mit den Untoten, aber sonst hält sich der Film mit sehr blutigen Tatsachen zurück. Schade hierbei ist es, dass die SFX im Computer entstanden sind. Handgemachte wäre dann doch schöner gewesen. Ebenso entstand der Drache im Computer – auch nicht so eine schöne Sache, aber dennoch sehr annehmbar für eine Independentproduktion. Es hätte weitaus schlimmer kommen können – mancher Independentfilmer baut auch gerne mal CGI mit ein, aber das Ganze fügt dem Film eher einen Trashfaktor bei.

Von Trash ist man bei ERDORA aber weit enternt. Wenn man Polcar seine Filme kennt, kann man eine klare Entwicklung zum Besseren erkennen. Everlasting Hate ist schon kein schlechter Film, aber ERDORA ist da schon ein Stückchen besser und selbst Suffer and Die setzt da noch einen drauf. (Die Review zu Suffer and Die folgt zu einem späteren Zeitpunkt.) Kann man sich nur wünschen, dass diese Entwicklung weitergeht und das Polcar bald mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und seine Filme noch besser werden. Er sollte dabei nur nicht die Liebe zum Filmemachen verliert und solche Filme machen wie man sie aus dem seelenlosen Mainstream kennt.

Ein Regisseur allein macht noch keinen guten Film aus, denn ein Teil liegt auch bei den Darstellern. Und diese konnten hier mal wirklich überzeugen. Besonders Alice von Lindenau, welche die Diebin Julia spielt. Ihre Darstellung wirkt natürlich und gelassen und man hatte wohl auch offensichtlich Spaß beim Dreh.

Ich bin auch schon gespannt wie es mit ERDORA weitergehen soll, denn es handelt sich um eine Trilogie. Über Kapitel 2 ist bisher nichts bekannt, also darf man gespannt sein…

Kill Baby, Kill!

Dienstag, April 13th, 2010

Regie: Rolf Höhne

Darsteller: Luise Schumann, Sandra Schmidt, Sandra Schumann, Frank Schaber, Rene Woost

Review:

3 Frauen überfallen eine Bank und alles verläuft zu ihren Gunsten. Sie kommen schnell und einfach an das Geld und auch der Flucht per Auto steht nichts im Wege.

Doch auf der Fahrt kommt es zum Streit zwischen den Dreien und sie krachen fast mit einem anderen Auto zusammen, aber so landen sie nur am Straßenrand.

Die 3 steigen aus und gehen zum anderen Auto, wo sie ein Ehepaar vorfinden. Die Frau ist wohl auf, aber sie erscheint etwas wirr und ihrem Mann geht es etwas weniger gut. Nicht nur, dass er an den Sitz gefesselt ist, ist er obendrein auch noch ein Zombie.

Und wo ein Zombie ist, dort sind dann auch bald mehrere…

Kill Baby, Kill! ist der aktuelle Film aus der Schmiede von COUNTERPART ENTERTAINMENT und dieser Film kam gerade richtig. Ich bin zur Zeit sowieso etwas in Grindhouse-Stimmung und dann bekomme ich diese kleine Perle hier vorgesetzt.

Baby präsentiert sich in schwarz-weißen Bildern und nachträglich wollte man dem Film noch ein älteres Aussehen verleihen durch Schmutz auf der Filmrolle – wäre das Bild noch etwas körniger, würde man sich noch mehr in die alte Zeit
zurück verstetzt fühlen. Aber nicht nur das Bild erinnert an die gute alte Zeit, sondern auch die 3 Frauen. In den 60er Jahren im Film Faster, Pussycat! Kill! Kill! gab es auch schon mal 3 Frauen, die der Gewalt nicht abgeneigt waren und hinter viel Geld waren diese auch her. Und spätestens beim wörtlichen Zitat wird klar, dass sich Baby vor Pussycat verneigt und ab da dürften auch die anderen Parallelen auffallen. Ich glaube Russ – er möge in
Frieden ruhen – wäre stolz. Auch wenn unserer gemeinsamen Vorliebe hier nicht gefrönt wird.

Die Verneigung endet aber noch nicht bei Pussycat, sondern da wären auch noch die Zombies. Vom Make-Up her erinnern diese stark an Romero seine Zombies aus Night of the Living Dead – auch aus den 60er Jahren und hier darf sich der Kenner an Zitaten zu diesem Klassiker erfreuen.

Rolf Höhne hat auch sein Versprechen gehalten, dass Baby blutiger wird. Und im Vergleich zu Young Bloody Slasher und House of Death geht es hier schon derber zur Sache. Mit Zombies kann man eben schönere Schweinereien
machen und es sind auch all die Klassiker vom Abtrennen von Gliedmaßen und offene Bauchdecke dabei. Dennoch sollte man keine übelste Splatterorgie erwarten. Die Effekte sind einfach nur auf den Punkt gut eingesetzt. Hier mischen sich auch CGI und handgemachte SFX und hier danke ich für die s/w-Bilder, denn dort fallen die CGI nicht all zu sehr auf. Man erkennt sie zwar, aber als Freund vom Handgemachten empfindet man diese nicht als störend.

Allerdings schade ist wieder, dass das Treiben nach etwa 37 Minuten sein Ende findet. Hier hätte ich mir mehr gewünscht, denn der Film macht Spaß. Also wird es Zeit, dass CPE mal einen Mittel- oder Langfilm produziert. Vorher wird es aber erstmal wieder einen Kurzfilm geben – Dead Continue. Dieser wird es als Extra zur kommenden DVD-VÖ von Kill Baby, Kill! geben. Später in dieser Review wird es noch weitere Infos zur kommenden DVD geben.

Vorher widme ich mich noch den Darstellern. Wie bei Independentproduktionen üblich wird man wohl auch hier auf Freunde und Bekannte zurückgegriffen haben. Da kommt es ab und an mal vor, dass man Totalausfälle bei den Darstellern erlebt. Bei Baby ist es allerdings anders. Die Darsteller spielen wirklich solide. Die einzige alberne Figur ist die der “Daisy” – hat dafür aber auch einen hohen Unterhaltungswert. Ansonsten wirklich solide Darstellungen, obwohl man bei manchen Dialogen (im Auto) etwas griffiger mit der Stimme hätte arbeiten können.

Für alle, die bei der Premiere im “CAPITOL” Riesa nicht dabei sein konnten, haben die Möglichkeit Baby in diesem Frühjahr auf DVD zu erleben. Die DVD wird dann auch randvoll mit Extras zugepackt sein.

Als Extras gibt es dann:

- die Kurzversion des Film (Originalversion)
- einen Audiokommentar
- Live Sound (man sieht den Film und hört die Publikumsreaktionen von
der Premiere am 18. Juli 2009 in Riesa)
- ein Making Of
- Musikclip
- Outtakes
- Fotos
- und den Bonusfilm “Dead Continue”, welcher später an gesonderter Stelle auch seine Review verpasst bekommt

Es lohnt sich als und sobald ich den genauen Termin für die DVD-VÖ weiß, lass ich es euch wissen. Wer sich jetzt schon mal einen kleinen Vorgeschmack holen will, der sollte beim MySpace Profil zum Film vorbei schauen. Dort findet man Trailer, Fotos und vieles mehr.

Bleibt mir nur noch zu sagen, dass der Film zwar seine kleinen Macken hat, aber dennoch einen sehr hohen Unterhaltungswert bietet und man kann ihn als liebevolle Hommage an die gute alte Zeit ansehen… einfach großartig.

Amazon Force

Montag, November 30th, 2009

Regie: Andreas Eisele

Darsteller: Ellen Koch, Nathalie J. Sameli, Raoul Schaupp, Michael Valentin, Heiko Schulz, Frank Hilsamer

Review:

Bevor ich mit der Review beginnen kann, muss ich erstmal das dämliche Grinsen aus meinem Gesicht bekommen. Hach ist das ein toller Film…

Beginnen wollen wir mit einem Zitat aus dem Anfang vom Film:

“Zum ersten Mal sollte das militärische Potential einer lange unterschätzten Gruppe voll genutzt werden. Tödlicher, hinterlistiger und gemeiner als der durchschnittliche Mann… Frau.”

Welch wahre Worte mit denen Amazon Force eingeleitet wird. Denn die AF sind eine streng geheime Spezialeinheit des US-Militärs und immer dort wo ein Mann versagt, werden die AF eingesetzt.

Wie im Fall von “Dr. Dick” auf den Natasha und Vivian angesetzt wurden. Dr. Dick, ständig umgeben von seiner Armee von Muskelmännern, ist auf der Suche nach einer Mumie, die auf der kleinen beschaulichen Insel Ling Lang vergraben sein soll. Eine Ausgrabung einer Mumie ist an sich nichts Besonderes mehr, aber diese Mumie ist speziell, denn wer über sie Macht ausübt, bringt den Tod und das Chaos über die Welt.

Werden die Amazon Force es schaffen Dr. Dick aufzuhalten?

Das mag abgedreht und trashig klingen – gut ist es auch, aber dieser Film hat einen verdammt hohen Unterhaltungs- und Spaßfaktor. Da ist es fast schon bedauerlich, dass der ganze Spaß nach knapp 49 Minuten auch schon wieder vorbei ist.

Wie setzen sich aber nun diese Faktoren zusammen? Der Spaß überwiegt hier bald schon, denn man(n) kann sich an Girls, Guns & Blood erfreuen – es ist doch immer wieder ein schönes Bild: ein leicht bekleidetes blutbespritzes Mädchen. Denkt was ihr wollt, nennt mich pervers, aber ich steh drauf. Die beiden Amazonen sind aber auch putzig… und dann noch eine ordentlich Protion Action – so leicht kann man uns Männer auch schon zu frieden stellen. Demnach lässt es sich der Film auch nicht nehmen mit einigen Klischees zu spielen. Wir Männer bringen nie was richtig zu Ende, Frauen sind multitaskingfähig, Männer sind auf ihr Fortpflanzungsorgan fixiert (ratet mal wo der Name “Dr. Dick” herkommt), Frau kann natürlich auch gut backen und so werden mal Rezepte ausgetauscht, Mann… man findet noch mehr im Film und es ist zu viel hier alles aufzuzählen und ihr sollt beim Schauen des Films auch noch selbst etwas zu entdecken haben.

Beim Spaß dürfen dann auch keine platten Witze fehlen, denn wie weckt man am besten jemanden auf?

Richtig man nehme einen Eimer mit Wasser und schütte diesen über den Kopf des zu Erwckenden aus. Nur leider will das im Fall der Mumie nicht klappen. Nein sowas aber auch! Was will man aber schon von einer Armee aus Klon-Muskelmännern erwarten, wenn die Genmixtur aus Schaf, Bär und Mensch besteht!? (Sollte mich hier meine Erinnerung täusch, verzeiht mir das, aber beim Schaf und Mensch bin ich mir sicher.) Auf diese Art hat Andreas Eisele auch das “Besetzungsproblem” gut gelöst. So kann die eine Person immer und immer wieder umgebracht werden und als Zuschauer muss man sich nicht wundern wieso die selbe Person schon bald wieder auftaucht und aufs Neue abtreten darf. Hier würde es sich auch fast schon lohnen ein Trinkspiel draus zu machen – jedes Mal wenn der Blonde ums Leben kommt, wird getrunken. Am Ende des Films dürfte es dann noch sehr heiter zu gehen. *g*

Neben den Klonen sollen auch die Anderen nicht unerwähnt bleiben. Ellen Koch und Nathalie J. Sameli sind eben die Amazonen und zum Glück handelt es sich hier um eine deutsche Independent, denn so nahm man Mädels “von neben an”. Junge, hübsche und natürliche Frauen und nicht diese aufgeblasenen und aufgespritzen Hollywood-Pussies. Ich danke für.

Dr. Dick wird gespielt von Raoul Schaupp – er als Oberbösewicht lässt hier die coole Sau raushängen. Mit ihm hat man die Rolle gut besetzt. Die fleißigen Leser meiner Reviews sollten ihn auch noch von Krankheit Mensch kennen. Wer sich dann die Review zu KM noch mal ins Gedächtnis holt, dürfte sich auch an Michael Valentin erinnern. Er ist hier auch dabei – zwar nur in einer kleinen Nebenrolle. Die Independentfilmszene ist doch ein kleiner verschworener Haufen.

Bei Independentfilmen findet man auch oft große Sauereien und derbe SFX. In diesem Sektor ist hier weniger los, denn handelt es sich mal nicht um einen Horrorfilm, sondern um einen Actionfilm. In denen geht es zwar hin und wieder auch gut zur Sache, aber diese Filme neigen dann schnell lächerlich zu werden. Hier zum Glück nicht. Hier wird zwar auch rumgeballert und das nicht gerade wenig, aber zum Glück ist es hier nicht so bekloppt wie in den großen Actionern. Wenn hier dann mal die Amazonen loslegen, fließt auch der rote Lebenssaft – wie aber schon gesagt, sollte man hier nicht viel Splatter/Goregedöns erwarten. Wer das haben will, sollte dann lieber zur MUP-VÖ Knochenwald greifen.

Was mir jetzt noch wichtig zu erwähnen wäre, ist das es etwas ganze Fieses im Film eingebaut wurde. Und zwar im letzten Drittel vom Film.

Da gab es doch einen ganz bösen Cliffhanger und beim ersten Mal ansehen, war ich schon am fluchen und verteufeln, dass es das noch nicht gewesen sein kann und dann leuchtet auch noch freudig die Aufschrift “Fortsetzung folgt” auf und der Abspann beginnt…

… aber dann kam zum Glück aus dem Off eine Stimme, die da verkunden ließ, dass kein Geld mehr für einen zweiten Teil da wäre, das man den Abspann lieber zurückspulen sollte und noch schnell ein Ende dransetzt. An diesem Punkt war die Welt wieder in Ordnung und der Spaß konnte weitergehen.

Auch wenn der Film dort noch nicht zu Ende war, nähere ich mich dem Ende der Review in der Hoffnung, dass es trotzdem irgendwann mal eine Fortsetzung geben wird.

Andreas es liegt in deiner Hand…

The Lost Way of the Zombies

Mittwoch, Oktober 21st, 2009

Regie: Stefan Svahn

Darsteller: Fedele Lorusso, Axel Tujek, Jan Heiner Küttner, Gordon Räcker, André Stenzel

Review:

Mike und Dan wollen nachts eine Abkürzung über ein Fabrikgelände nehmen und dort soll auch ein wahnsinniger Mörder sein Unwesen treiben, denn es gibt einen Haufen vermisster Arbeiter, aber daran stören die Beiden sich nicht.

Sie nehmen also diese Abkürzung und auf ihrem Weg treffen sie auf eine alte Frau, die eine Warnung ausspricht, dass es für die Beiden doch besser wäre umzukehren .Das passt Mike und Dan aber nicht in ihren Kram und so beschimpfen sie die alte Frau, gehen dann dazu über sie zusammenzuschlagen und daraufhin verflucht die Alte die Jungs. Das Ganze artet darin aus, dass Mike die alte Frau ermordet.

Mit Hilfe von Dan verbuddelt er sie irgendwo auf dem Fabrikgelände, aber damit ist die Sache noch nicht zu Ende, denn schon bald erfüllt sich der Fluch und die Toten erwachen wieder und trachten nach all dem Leben, welches sich auf dem Fabrikgelände tummelt.

So soll es dann auch noch eine lange und grausame Nacht für Mike werden.

Das zur Handlung, es gibt zwar auch noch eine nicht unbedeutende Nebenhandlung, aber ich möchte innerhalb dieser Review nicht schon alles vorwegnehmen. was sich auf den ersten Blick auch ganz gut anhört, entpuppt sich leider als kleine Enttäuschung.

Denn die Handlung ist relativ platt und das weitet sich auch extrem auf die Dialoge aus. Ich zweifle ein wenig daran, dass es hier ein durchdachtes Drehbuch gab. Daher habe ich auch die Vermutung, dass es sich hier um die Marke “Ich schnapp mir eine Kamera, ein paar Freunde und meine Familie und dreh mal ein Filmchen” handelt. Ist auch nichts Verkehrtes dran, denn so entstanden auch einige Perlen – man denke hier an die Butcher-Trilogie (erste Teil). Nur dieser Film hier konnte mich da nicht überzeugen. Weil es weitet sich auch darauf aus, dass es hier keinerlei Spannung gibt. Wie gesagt ist die Handlung einfach so platt, dass es nicht dazu kommen kann, dass sich Spannung aufbaut.

Ebenso die Darsteller – wenn kaum etwas da ist, wie soll dann Etwas vernünftig rüber gebracht werden. Die hier dargebrachten Leistungen sind wirklich auf der untersten Stufe im Amateurniveau.

Mit der Technik klappte es auch nicht so ganz, denn es gibt immer mal wieder kurze Stellen an denen das Bild unscharf ist. Manches hätte man vielleicht beim Schneiden noch ausbügeln können. Aber “fehlerhafte Technik” kann auch etwas Gutes haben, denn das mit der Beleuchtung klappte auch nicht so ganz. Das hat aber den schönen Nebeneffekt, dass es nachts wirklich nachts ist. Das heißt, dass es nicht irgendwo im Hintergrund diese blöden unnatürlichen Lichtquellen gibt. Hier ist nur der Bereich vor der Kamera ausgeleuchtet – nicht immer gut, aber dies hat eben den schönen Nebeneffekt vom “Dunklen”. Jetzt macht euch aber keine Sorgen, dass man nichts erkennt. Man bekommt schon alles gut mit was sich dort abspielt – also man sitzt nicht mal eben vor einem schwarzen Bildschirm.

Bisher mag das alles erstmal übel klingen, aber es gibt jetzt hier auch Dinge, die das Ganze etwas relativieren. Wenn meine Recherche stimmt, dann handelt es sich bei The Lost Way Of The Zombies um Svahns ersten Film. Da sind solche Anfängerfehler noch eher zu verzeihen. Und da ich einen Teil seiner späteren Werke (Voodoo Curse – Legbas Rache) kenne, weiß ich auch, dass er dazu gelernt hat und sich weiterentwickelte.

Hinzu kommt auch, dass die SFX ungewöhnlich gut ausgefallen sind. Hier gab man sich richtige Mühe und es entstand eine Riesensauerei. Da ist auch so gut wie alles dabei was man schon aus anderen Zombiefilmen kennt – Beiß- bzw. Fressszenen, Headshots usw. Dürfte so dann auch wieder für die Fraktion “Ich schau Amateurfilme nur wegen dem Rumgematsche” interessant sein. Wirklich gut gemacht – das muss ich einfach mal loben. Auch das Make-Up der Zombies ist stellen schön hässlich und schleimig ausgefallen. Ein paar erinnerten mich auch an die alten Zombies und auch so kann man Verweise auf andere Klassiker des Horrorgenres finden. Einer zwar in abgeänderter Form – welche das sind, müsstet ihr dann schon selber rausfinden.

Aber einmal noch muss ich Kritik üben. Die Szene mit dem Baby ist vollkommen widerlich und geschmacklos. Das hätte man sich schenken können. Da kann man auch nicht das Argument von Tabubruch oder ähnliches anführen. Einfach nur unnötig und Gewalt an Kindern bzw. Babys werde ich immer stark kritisieren, denn so was gehört in keinen Film, der vorrangig unterhalten soll.

Abschließend sollte wohl gesagt werden, dass dieser Film eher was für die Hartgesottenen im Amateurgenre ist. Andere würden mit dem keine Freude haben bzw. könnten diesen Film irgendwie was abgewinnen.

Das Geheimnis der Zauberpilze

Dienstag, Juli 21st, 2009

Regie: Crippler Criss, Master W

Darsteller: Crippler Criss, Mr Heppot

Review:

Das Geheimnis der Zauberpilze wird zwar erst Anfang August gelüftet, aber wir werfen heute schon mal einen Blick in den Film.

Zwei Freunde gehen in den Wald, betrinken sich ordentlich und aus einen kleinen Spaß wird böser Ernst, denn einer der Beiden kommt bei einem Unfall ums Leben. Als “Der Lange” die Leiche seines Freundes im Wald verscharren will, trifft er auf einen Zwerg, der ihm erzählt, dass es Zauberpilze gibt, die seinen Freund wieder vitalisieren können. Aber an die Pilze ranzukommen ist alles Andere als einfach. Denn auf der Suche nach den Zauberpilzen trifft er nicht nur auf einen freundlichen Hippie, sondern auch auf einen kannibalistischen Einsiedler und anderen Gestalten, aber was wird ihm am Ende seiner Suche wirklich erwarten!?

Das Geheimnis der Zauberpilze ist der erste Langfilm aus der Schmiede von P.S.Y.C.H.O. Productions und er macht einfach Spaß. Und zwar Spaß von der ersten Minute an, wenn man auf zwei Chaoten trifft, die sich einem Besäufnis hingeben, geht man von den vielen Flaschen im Vordergrund aus, und selbst auch Das Geheimnis der Zauberpilze schauen. Das verspricht schon mal Trash feinster Güte und damit wurde ich dann auch nicht enttäuscht. Dieser Film dürfte das Herz von Trash-Fans höher schlagen lassen.

Denn es ist alles da – oder auch nicht. Es hängt schon mit dem Bild des Films an. Es ist dreckig, es wurde wohl mit einer schmutzigen Kamera gedreht – also macht euch keine Gedanken drüber, dass euer Monitor oder Bildschirm beschmutzt ist. Solche Verschmutzungen kenne ich sonst nur von Leinwänden in kleinen schmuddeligen (“Grindhouse-” ) Kinos, kann aber den Film angerechnet werden, sollte man diesen Flair mögen.

Die Handlung und die Darsteller tun das ihr Übriges. Bei Zauberpilzen liegt der Gedanke bei bewusstseinsverändernde Substanzen doch sehr nahe und dies wird auch durch den Hippie und den “Vitalisieren” bedient, aber eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass dieses Zeugs einen verrückt macht und “verrückt” passt sehr gut zur Beschreibung der Handlung. Weil anders macht es keinen “Sinn”, dass man einen Hippie foltern muss, um an Informationen zu kommen, wobei man dann aber erst mal auf einen Soldaten stößt, der einen imaginären Krieg führt, aber letztlich bei einem kannibalistischen Einsiedler landet, der Einem zu einen riesigen Pilz führt, dessen Tentakel man(n) lecken soll. Wie gesagt, das ist einfach errückt, muss man aber auch selbst erlebt haben.

Auch deswegen schon, dass all die Rollen durch nur 2 Darsteller umgesetzt wurden. Wobei Crippler Criss nur eine Rolle übernimmt, weil er stetig auf dem Weg zu den Zauberpilzen ist. Aber Mr Heppot schlüpft in die Rollen als Hippie, Soldat, Einsiedler und als Zwerg, welcher von der Größe her perfekt mit dem Trick “Der kleinen Frau” dargestellt wurde. Große darstellerische Leistung darf man hier auch nicht erwarten – wobei ich aber auch denke, dass man hier auch gar nicht schauspielern wollte. Ist wahrscheinlich auch ganz gut so, denn zu Einem erspart es dem Zuschauer peinliches Overacting – wo Fremdscham manchmal eine neue Dimension annimmt – und zum Anderen könnte man bei diesem Film ein Trinkspielchen durchführen. Denn immer wenn das Wort “Alter” fällt wird was getrunken und bis der Film dann zu Ende ist, dürfte Keiner mehr gerade stehen.

Da wären dann auch noch die SFX. Anfangs dachte ich, dass hier mehr rumgesaut wird, aber es hielt sich dann doch in Grenzen und es war auch nicht nur Effekthascherei. Dennoch könnt ihr beruhigt sein – der Gorehound in Einem kommt dennoch auf seine Kosten. Vor allem da es sich hier um handgemachte Effekte andelt und diese sind blutig bis ekelig ausgefallen. Einige von der Machart her sehr offensichtlich, aber dies ist auch förderlich für den Trash-Charme.

Blutige Sauereien sind auch immer so eine Sache mit der Zensur legt man solche Filme zur Prüfung vor und auch das Thema Zensur an der Filmkunst wurde sehr schön hier untergebracht. Kurz vor einem SFX gibt es einen Schnitt mit Übergang zu einem schwarzen Bildschirm und dann trifft man wieder auf die beiden Chaoten vom Anfang, die sich beklagen, dass der Film bei den interessanten Stellen geschnitten wurde. Es wird aber Abhilfe geschaffen indem die ungeschnittene Version besorgt wird, die dann eingelegt und weitergeschaut wird von den Beiden – und wir als Zuschauer kommen dann auch in den Genuss der “geschnittenen Szenen”. Vielleicht noch zur Erklärung – der Film wird öfter mal von den Beiden unterbrochen und die diskutieren dann auch drüber wie schlecht der Film doch eigentlich ist. Zumindest einer der Beiden findet ihn schlecht. Für den Anderen ist Zauberpilze wahres filmisches Schaffen.

Jetzt stellt sich vielleicht der Ein oder Andere die Frage – und was ist mit der Spannung?

Vergesst die Spannung bei diesem Film. Hier zählt sehr viel mehr der Spaß-Faktor. Daraus zieht man hier die Unterhaltung, weil diesen Film kann man zu keiner Minute ernst nehmen. Dafür ist alles zu abgedreht und trashig.

Daher werden wohl auch nur Freunde von Amateur- bzw. Trashfilmen etwas mit Das Geheimnis der Zauberpilze anfangen können. Zum Schluss möchte ich dann auch noch auf die Website der Filmemacher verweisen –  www.psychoproductions.com – also schaut ruhig mal vorbei und wenn möglich könnt ihr auch P.S.Y.C.H.O. Productions unterstützen.