ERDORA – Kapitel 1 Der Todeskreis

Regie: Philip Polcar

Darsteller: Moritz Gabriel, Stephan Arensmeier-Riva, Alice von Lindenau, Jakob Schulz, Michael Palm

Review:

Das es sich bei (deutschen) Independentfilmen nicht immer um Horrorfilmchemit viel Splatter handeln muss, zeigt der aktuelle Film von Philip Polcar. Mit ERDORA Kapitel 1 – Der Todeskreis schuff er einen kleinen Fantasyfilm, dem dennoch große Beachtung geschenkt werden sollte. Denn im Prinzip ist alles da was man für einen Fantasyfilm braucht – Diebe, Zauberer, Waldläufer, Adelsherren, die sich untereinander nicht ganz freundlich gesinnt sind, dann noch das ein oder andere Ungeheuer und natürlich ein anstehendes Abenteuer.

Eben dieses Abenteuer sollen die beiden Diebe Paconius und Julia bestreiten. Im Auftrag des Königs begleiten die Beiden den Zauberer Krylon und den Waldläufer Jan um nach dem Seevolk Lakadern zu gelangen. Aber ihre Reise birgt viele Gefahren und dabei ist ein Drache noch das kleinere Übel. Sie laufen direkt in die Falle bzw. den Todeskreis eines Necromanten und dieser hetzt erstmal seine Untotenhorde auf die Abenteuerer.

Man könnte die Untoten auch Zombies nennen,aber dann könnte man in den Irrglauben geraten, dass man ein ordentliches Splattergemetzel erleben darf. Ein wenig gesplattert wird zwar mit den Untoten, aber sonst hält sich der Film mit sehr blutigen Tatsachen zurück. Schade hierbei ist es, dass die SFX im Computer entstanden sind. Handgemachte wäre dann doch schöner gewesen. Ebenso entstand der Drache im Computer – auch nicht so eine schöne Sache, aber dennoch sehr annehmbar für eine Independentproduktion. Es hätte weitaus schlimmer kommen können – mancher Independentfilmer baut auch gerne mal CGI mit ein, aber das Ganze fügt dem Film eher einen Trashfaktor bei.

Von Trash ist man bei ERDORA aber weit enternt. Wenn man Polcar seine Filme kennt, kann man eine klare Entwicklung zum Besseren erkennen. Everlasting Hate ist schon kein schlechter Film, aber ERDORA ist da schon ein Stückchen besser und selbst Suffer and Die setzt da noch einen drauf. (Die Review zu Suffer and Die folgt zu einem späteren Zeitpunkt.) Kann man sich nur wünschen, dass diese Entwicklung weitergeht und das Polcar bald mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und seine Filme noch besser werden. Er sollte dabei nur nicht die Liebe zum Filmemachen verliert und solche Filme machen wie man sie aus dem seelenlosen Mainstream kennt.

Ein Regisseur allein macht noch keinen guten Film aus, denn ein Teil liegt auch bei den Darstellern. Und diese konnten hier mal wirklich überzeugen. Besonders Alice von Lindenau, welche die Diebin Julia spielt. Ihre Darstellung wirkt natürlich und gelassen und man hatte wohl auch offensichtlich Spaß beim Dreh.

Ich bin auch schon gespannt wie es mit ERDORA weitergehen soll, denn es handelt sich um eine Trilogie. Über Kapitel 2 ist bisher nichts bekannt, also darf man gespannt sein…

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