Frozen – Etwas hat überlebt

Mai 31st, 2010

Originaltitel: The Thaw

Regie: Mark A. Lewis

Darsteller: Martha MacIsaac, Val Kilmer, Aaron Ashmore, Kyle Schmid, Steph Song

Story:

Ein klines Forscherteam entdeckt ein Mammut, welches vom “ewigen” Eis freigegeben wurde. Aber nicht nur das Mammut war im Eis mit eingeschlossen, sondern auch ein Parasit, der schon bald seine ersten Opfer unter den Forschen fordert. Bei diesen wenigen Opfern soll es aber nicht bleiben, denn ein paar Studenten und die Tochter von Dr. Krupien, sind auf dem Weg zu dieser “Entdeckung”. So bekommt der Parasit eine noch größere Möglichkeit den Tod zu verbreiten.

Kommentar:

Der Film nimmt als Aufhänger die Erderwärmung und den Ökoterrorismus. So bekommt man in den ersten Minuten vor den Kopf geknallt, dass es zu viele Menschen gibt und etwas später hält uns auch einer der Studenten vor, dass wir Menschen erstmal nur an uns und unseren Spaß denken und dabei keine Rücksicht auf die Natur nehmen. Und das Traurige an der Sache ist, dass er damit gar nicht mal Unrecht hat.

Aktuell haben wir dort auch das Beispiel mit der gesunkenen Bohrinsel. Der Mensch hat mal wieder die Natur ausgebeutet und wieder einmal ging dabei etwas schief. Nun läuft unablässig Öl in den Golf von Mexiko und zerstört dort die Umwelt. Und irgendwann bekommen wir Menschen die Rechnung dafür. Die Natur hat Zeit und sie wird sich auch irgendwann wieder davon erholen, aber wir Menschen werden dann noch drunter leiden – auch wenn viele von uns dann schon gar nicht mehr da sind und schon zu Staub zerfallen sind. Die Natur wird sich an uns rächen und verdient haben wir es alle mal.

Nun aber lieber zurück zum Film. Der Film fängt eben mit dieser leichten Sozialkritik an, rutscht dann aber im weiteren Verlauf mehr zum Tierhorror ab. Denn der Parasit (oder besser gesagt die Parasiten) sind Insekten aus der Urzeit. Aufgrund der Erderwärmung kommt dieses Mammut ans Licht und dies war schon Parasiteneiern verseucht, die jetzt auch langsam auftauen und dann die Menschen befallen. Da laufen dann auch noch ein paar Heimlichkeiten innnerhalb des Forschersteams ab, aber man erkennt schnell, dass sie eigentlich dort bescheid wissen und mit dem Ökoterrorismus im Hinterkopf kann man sich schon denken, dass das Ganze größere Ausmaße annehmen soll. Daher kann man sich auch schon einiges denken, aber dennoch tut dies dem Film keinen Abbruch.

Denn sind erstmal alle Figuren eingeführt und an ihren Bestimmungsort kommt auch die Spannung mit auf. Die kann sich auch bis zum Ende halten, obwohl die Wendungen keine wirklichen Überraschungen bieten. Jeder der ein paar Slasherfilme kennt, kann das auch hierher übertragen. Nur das in diesem Film der Killer eben Insekten sind – ansonsten ist hier auch das Final-Girl und Einer nach dem Anderen darf aus dem Leben treten. Allerdings geht es hier nicht ganz so blutig zu – wäre auch Fehl am Platz. Da gibt es eigentlich nur eine wirklich fiese Szene, aber auch die beweist mal wieder, dass das was man sich selber vorstellt manchmal grausamer ist als wenn die Kamera draufhalten würde. Da darf man auch froh sein, dass der Staat (bisher) das eigene Kopfkino nicht zensieren kann.

Wenn der Film gesamt gesehen gut ist, hab ich dennoch was zu bemängeln. Das sind nämlich die bösen CGI-Effekte bei den Insekten. Es hielt sich zwar in Grenzen, aber es ist dennoch sehr auffällig und es sieht nicht schön aus. Da lobe ich mir doch die alten (italienischen) Horrorfilme – dort wurde noch mit echten Insekten gearbeitet und das sieht verdammt gut aus. Es hat doch damals geklappt und wieso macht das heute kein Filmemacher mehr? Aber es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass man lieber den einfachsten Weg geht.

Mehr bleibt mir zu diesem Film auch nicht zu sagen oder mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Es ist einer dieser Filme für zwischendurch, die für den Moment gute Unterhaltung bieten. Man kann ihn sich durchaus mal ansehen und ist somit eine gute Alternative sollte mal nur wieder Mist im TV kommen oder auch wenn der Videothekenbesuch sonst nichts Interessantes bietet.

DVD Release Kill Baby, Kill!

Mai 16th, 2010

Gestern fand in Riesa die DVD Release Party statt und es wurden schon reichlich DVDs verkauft.

Wer sich auch ein Exemplar sichern will, der schreibt einfach eine Mail an “kill_baby_kill_movie(at)myspace.com”. Der Preis für die DVD beträgt 8,50 € und der Versand ist kostenlos.

ERDORA – Kapitel 1 Der Todeskreis

April 22nd, 2010

Regie: Philip Polcar

Darsteller: Moritz Gabriel, Stephan Arensmeier-Riva, Alice von Lindenau, Jakob Schulz, Michael Palm

Review:

Das es sich bei (deutschen) Independentfilmen nicht immer um Horrorfilmchemit viel Splatter handeln muss, zeigt der aktuelle Film von Philip Polcar. Mit ERDORA Kapitel 1 – Der Todeskreis schuff er einen kleinen Fantasyfilm, dem dennoch große Beachtung geschenkt werden sollte. Denn im Prinzip ist alles da was man für einen Fantasyfilm braucht – Diebe, Zauberer, Waldläufer, Adelsherren, die sich untereinander nicht ganz freundlich gesinnt sind, dann noch das ein oder andere Ungeheuer und natürlich ein anstehendes Abenteuer.

Eben dieses Abenteuer sollen die beiden Diebe Paconius und Julia bestreiten. Im Auftrag des Königs begleiten die Beiden den Zauberer Krylon und den Waldläufer Jan um nach dem Seevolk Lakadern zu gelangen. Aber ihre Reise birgt viele Gefahren und dabei ist ein Drache noch das kleinere Übel. Sie laufen direkt in die Falle bzw. den Todeskreis eines Necromanten und dieser hetzt erstmal seine Untotenhorde auf die Abenteuerer.

Man könnte die Untoten auch Zombies nennen,aber dann könnte man in den Irrglauben geraten, dass man ein ordentliches Splattergemetzel erleben darf. Ein wenig gesplattert wird zwar mit den Untoten, aber sonst hält sich der Film mit sehr blutigen Tatsachen zurück. Schade hierbei ist es, dass die SFX im Computer entstanden sind. Handgemachte wäre dann doch schöner gewesen. Ebenso entstand der Drache im Computer – auch nicht so eine schöne Sache, aber dennoch sehr annehmbar für eine Independentproduktion. Es hätte weitaus schlimmer kommen können – mancher Independentfilmer baut auch gerne mal CGI mit ein, aber das Ganze fügt dem Film eher einen Trashfaktor bei.

Von Trash ist man bei ERDORA aber weit enternt. Wenn man Polcar seine Filme kennt, kann man eine klare Entwicklung zum Besseren erkennen. Everlasting Hate ist schon kein schlechter Film, aber ERDORA ist da schon ein Stückchen besser und selbst Suffer and Die setzt da noch einen drauf. (Die Review zu Suffer and Die folgt zu einem späteren Zeitpunkt.) Kann man sich nur wünschen, dass diese Entwicklung weitergeht und das Polcar bald mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und seine Filme noch besser werden. Er sollte dabei nur nicht die Liebe zum Filmemachen verliert und solche Filme machen wie man sie aus dem seelenlosen Mainstream kennt.

Ein Regisseur allein macht noch keinen guten Film aus, denn ein Teil liegt auch bei den Darstellern. Und diese konnten hier mal wirklich überzeugen. Besonders Alice von Lindenau, welche die Diebin Julia spielt. Ihre Darstellung wirkt natürlich und gelassen und man hatte wohl auch offensichtlich Spaß beim Dreh.

Ich bin auch schon gespannt wie es mit ERDORA weitergehen soll, denn es handelt sich um eine Trilogie. Über Kapitel 2 ist bisher nichts bekannt, also darf man gespannt sein…

Kill Baby, Kill!

April 13th, 2010

Regie: Rolf Höhne

Darsteller: Luise Schumann, Sandra Schmidt, Sandra Schumann, Frank Schaber, Rene Woost

Review:

3 Frauen überfallen eine Bank und alles verläuft zu ihren Gunsten. Sie kommen schnell und einfach an das Geld und auch der Flucht per Auto steht nichts im Wege.

Doch auf der Fahrt kommt es zum Streit zwischen den Dreien und sie krachen fast mit einem anderen Auto zusammen, aber so landen sie nur am Straßenrand.

Die 3 steigen aus und gehen zum anderen Auto, wo sie ein Ehepaar vorfinden. Die Frau ist wohl auf, aber sie erscheint etwas wirr und ihrem Mann geht es etwas weniger gut. Nicht nur, dass er an den Sitz gefesselt ist, ist er obendrein auch noch ein Zombie.

Und wo ein Zombie ist, dort sind dann auch bald mehrere…

Kill Baby, Kill! ist der aktuelle Film aus der Schmiede von COUNTERPART ENTERTAINMENT und dieser Film kam gerade richtig. Ich bin zur Zeit sowieso etwas in Grindhouse-Stimmung und dann bekomme ich diese kleine Perle hier vorgesetzt.

Baby präsentiert sich in schwarz-weißen Bildern und nachträglich wollte man dem Film noch ein älteres Aussehen verleihen durch Schmutz auf der Filmrolle – wäre das Bild noch etwas körniger, würde man sich noch mehr in die alte Zeit
zurück verstetzt fühlen. Aber nicht nur das Bild erinnert an die gute alte Zeit, sondern auch die 3 Frauen. In den 60er Jahren im Film Faster, Pussycat! Kill! Kill! gab es auch schon mal 3 Frauen, die der Gewalt nicht abgeneigt waren und hinter viel Geld waren diese auch her. Und spätestens beim wörtlichen Zitat wird klar, dass sich Baby vor Pussycat verneigt und ab da dürften auch die anderen Parallelen auffallen. Ich glaube Russ – er möge in
Frieden ruhen – wäre stolz. Auch wenn unserer gemeinsamen Vorliebe hier nicht gefrönt wird.

Die Verneigung endet aber noch nicht bei Pussycat, sondern da wären auch noch die Zombies. Vom Make-Up her erinnern diese stark an Romero seine Zombies aus Night of the Living Dead – auch aus den 60er Jahren und hier darf sich der Kenner an Zitaten zu diesem Klassiker erfreuen.

Rolf Höhne hat auch sein Versprechen gehalten, dass Baby blutiger wird. Und im Vergleich zu Young Bloody Slasher und House of Death geht es hier schon derber zur Sache. Mit Zombies kann man eben schönere Schweinereien
machen und es sind auch all die Klassiker vom Abtrennen von Gliedmaßen und offene Bauchdecke dabei. Dennoch sollte man keine übelste Splatterorgie erwarten. Die Effekte sind einfach nur auf den Punkt gut eingesetzt. Hier mischen sich auch CGI und handgemachte SFX und hier danke ich für die s/w-Bilder, denn dort fallen die CGI nicht all zu sehr auf. Man erkennt sie zwar, aber als Freund vom Handgemachten empfindet man diese nicht als störend.

Allerdings schade ist wieder, dass das Treiben nach etwa 37 Minuten sein Ende findet. Hier hätte ich mir mehr gewünscht, denn der Film macht Spaß. Also wird es Zeit, dass CPE mal einen Mittel- oder Langfilm produziert. Vorher wird es aber erstmal wieder einen Kurzfilm geben – Dead Continue. Dieser wird es als Extra zur kommenden DVD-VÖ von Kill Baby, Kill! geben. Später in dieser Review wird es noch weitere Infos zur kommenden DVD geben.

Vorher widme ich mich noch den Darstellern. Wie bei Independentproduktionen üblich wird man wohl auch hier auf Freunde und Bekannte zurückgegriffen haben. Da kommt es ab und an mal vor, dass man Totalausfälle bei den Darstellern erlebt. Bei Baby ist es allerdings anders. Die Darsteller spielen wirklich solide. Die einzige alberne Figur ist die der “Daisy” – hat dafür aber auch einen hohen Unterhaltungswert. Ansonsten wirklich solide Darstellungen, obwohl man bei manchen Dialogen (im Auto) etwas griffiger mit der Stimme hätte arbeiten können.

Für alle, die bei der Premiere im “CAPITOL” Riesa nicht dabei sein konnten, haben die Möglichkeit Baby in diesem Frühjahr auf DVD zu erleben. Die DVD wird dann auch randvoll mit Extras zugepackt sein.

Als Extras gibt es dann:

- die Kurzversion des Film (Originalversion)
- einen Audiokommentar
- Live Sound (man sieht den Film und hört die Publikumsreaktionen von
der Premiere am 18. Juli 2009 in Riesa)
- ein Making Of
- Musikclip
- Outtakes
- Fotos
- und den Bonusfilm “Dead Continue”, welcher später an gesonderter Stelle auch seine Review verpasst bekommt

Es lohnt sich als und sobald ich den genauen Termin für die DVD-VÖ weiß, lass ich es euch wissen. Wer sich jetzt schon mal einen kleinen Vorgeschmack holen will, der sollte beim MySpace Profil zum Film vorbei schauen. Dort findet man Trailer, Fotos und vieles mehr.

Bleibt mir nur noch zu sagen, dass der Film zwar seine kleinen Macken hat, aber dennoch einen sehr hohen Unterhaltungswert bietet und man kann ihn als liebevolle Hommage an die gute alte Zeit ansehen… einfach großartig.

Red

Februar 12th, 2010

Regie: Trygve Allister Diesen, Lucky McKee

Darsteller: Brian Cox, Noel Fisher, Tom Sizemore, Kyle Gallner, Shiloh Fernandez, Marcia Bennett

Story:

Ludlow ist Witwer und hat nur noch seinen 14 Jahre alten Hund Red. Eines Tages fahren die Beiden zum Angeln und während die Zwei friedlich am See sitzen, kommen drei Teenager vorbei. Diese tragen eine Schrotflinte mit sich rum und ohne ersichtlichen Grund erschiessen sie den alten Red.

Ludlow will Gerechtigekeit für seinen Hund, aber die Aussicht auf Gerechtigkeit wird immer  kleiner und so sinnt Lodlow nach Rache für seinen Hund Red.

Kommentar:

Freunde der Literatur dürfte die Geschichte schon bekannt sein, denn hierbei handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jack Ketchum. Dies ist somit nach The Girl Next Door eine weitere Verfilmung eines Ketchum Romans. Beide Romane und auch der Film zu Girl wurden von mir schon vorgestellt, daher soll an dieser Stelle nicht weiter drauf eingegangen werden.

Obwohl ich mir dann doch nicht den Vergleich zwischen Buch und Film nehmen lassen will. Man sollte solche Vergleiche eigentlich gar nicht ziehen, aber vielleicht wird es anderen auch auffallen. Wenn man das Buch kennt, wirkt der Film irgendwie unfertig oder das Drehbuch nicht ganz durchtdacht. Das Grundgerüst ist da und der Film ist ähnlich intensiv wie das Buch, aber um den Film besser verstehen zu können, musste ich gedanklich viel auf das Buch zurückgreifen, denn dort ist es von der Erzählung her  nachvollziehbarer. Schade, dass dies verbockt wurde – vorallem weil Ketchum selbst das Drehbuch lieferte. Er selbst hätte sich
mehr an seine eigene Vorlage halten sollen und die Regisseure hätten auch mit drauf achten können, denn dann wäre der Film wohl noch besser gewurden als er sowieso schon ist.

Zum Film selbst – viele sprechen immer nur von Thriller, was er auch ist, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Meiner Auffassung nach handelt es sich hier viel mehr um ein Drama. Im Mittelpunkt steht Ludlow, gespielt von Brian Cox, der alles verloren hat – seine Frau, seine Söhne und nun auch seinen Hund für den er Gerechtigkeit fordert, die ihm aber einfach nicht vergönnt sein soll, denn sein Gegenspieler McCormack, gespielt von Tom Sizemore, tut alles um seine Söhne zu schützen. Besonders Hundebesitzer bzw. -liebhaber dürften bei Ludlow mitfühlen und mitfiebern. Weil ist es einfach schrecklich was dem armen Hund dort angetan wird und perverse Tierquäler gibt es leider immer wieder.

Das alles erzeugt dann auch eine grundtief traurige Atmosphäre im Film. Man hofft dennoch die ganze Zeit mit, dass doch irgendwie alles gut wird, aber dann kommt auch schon das nächste Ereignis, welches zu Ungunsten von Ludlow ausfällt. Man leidet doch schon mit und dies ist auch zu großen Teilen dem Schauspiel von Cox zu verdanken. Man nimmt ihn die Rolle ab – man sieht den Schmerz und die Trauer um seinen Hund in den Augen von Ludlow und später auch die Wut und den Hass auf die McCormack Sippschaft.

Zu erwähnen wäre auch noch der Auftritt von Robert Englund als Vater von einem der drei Teenager. Zwar hat er hier nur eine kleine
Nebenrolle, aber sein Auftreten ist wie immer großartig.

Bleibt nur noch zu sagen, dass dieser Film für Ketchum-Anhänger ein Muss ist und die Anderen sollten sich auch ruhig mal auf den Film einlassen. Wie aber schon gesagt, ist dieser Film eher ein Drama mit leichten Thrillereinschlag was sich auf Ketchum zurückschieben lässt, denn wo Ketchum drauf steht, ist meistens rohe Gewalt drin. Gewaltig geht es hier auch zu, aber erst zum Ende überwiegend und selbst dort sollte man auf keine Effekthascherei hoffen. Denn ein alter Mann und sein getreuer Freund der Hund stehen im Mittelpunkt.